Je höher die Mitarbeiterbindung, desto niedriger die Fluktuationsrate: Wie Unternehmen Mitarbeiter länger und besser halten

Je höher die Mitarbeiterbindung, desto niedriger die Fluktuationsrate: Wie Unternehmen Mitarbeiter länger und besser halten

„Mitarbeiter kommen wegen des Jobs – und gehen wegen des Chefs“. Dieser Personalerwitz entbehrt leider nicht einer gewissen Wahrheit. Spannende Jobbeschreibung und Aufgaben helfen in der Realität allerdings nicht, wenn das Arbeitsumfeld nicht passt. Die Fluktuationsrate steigt an, als Zeichen für eine schlechte Mitarbeiterbindung. Doch wie kann man diese verbessern? 

 

Mitarbeiter absolvieren heute nur noch selten eine Unternehmenskarriere

Selbstverständlich wäre es vermessen, heute noch zu erwarten, dass Mitarbeiter ihre gesamte Arbeitskarriere bei einem Arbeitgeber verbringen. Wechsel können auf beiden Seiten fruchtbar sein und sowohl Unternehmen als auch Angestellte vorantreiben. Fatal ist eine zu geringe Mitarbeiterbindung jedoch, wenn Kündigungen zum Alltag werden und Mitarbeiter nur noch kurze Zeit im Unternehmen bleiben. Das schadet nicht nur der Arbeitgebermarke, sondern beeinträchtigt auch die Produktivität

Aus diesem Grund sollte der Mitarbeiterbindung ein besonderes Augenmerk zukommen. Denn wer sich gebraucht und emotional gebunden fühlt, erwägt die Kündigung nicht direkt. Aus diesem Grund sollten Sie unbedingt einen Schwerpunkt auf ein angenehmes Arbeitsumfeld legen. Das bedeutet: Gehen Sie auf Ihre Mitarbeiter ein, wertschätzen Sie deren Beitrag zu Projekten und im Alltag. Sowohl regelmäßige Meetings als auch ein spontanes Lob können wahre Wunder wirken. Es mag abgedroschen klingen: Aber erst, wenn Sie Ihre Mitarbeiter wirklich als Individuen wahrnehmen, werden sie sich auch als solche wahrgenommen fühlen. 

 

Angebote, die Mitarbeiter voranbringen, erhöhen die Bindung

Zusätzliche Angebote stärken dieses Gefühl: Egal, ob Sie Förder- oder Nachwuchsprogramme entwickeln oder vertiefende Weiterbildungsangebote bieten – wer Interesse zeigt und gemeinsam weiterkommen möchte, stärkt die emotionale Bindung. Denn viele entscheiden sich erst dazu, den Arbeitgeber zu wechseln, wenn sie keine weitere berufliche Perspektive für sich sehen. Zeigen Sie ihnen diese im eigenen Betrieb auf!

Manchmal liegt es allerdings daran, dass das Unternehmen selbst keinen Anreiz bietet, sich damit zu identifizieren. Diesem Problem sehen sich vor allem schwierige Branchen gegenüber, aber auch klassische Anbieter sind davon betroffen. Achten Sie darauf, dass Ihre Mitarbeiter sich kennenlernen können, etwa in der gemeinsamen Mittagspause oder beim Firmenfest. Gestalten Sie ansprechende Rückzugsräume. Schon ein kleiner Innenhof kann mit einigen Bänken und Bepflanzung eine Oase der Erholung werden. Schließlich können Sie Ihr Außenbild durch soziales oder wohltätiges Engagement verbessern. 

 

Führungskräfte für das Thema sensibiliseren

Über allem sollten Sie allerdings nicht vergessen, dass das direkte Umfeld eines Mitarbeiters immer den größten Einfluss hat. Selbst wenn Sie zu einem vorbildlichen Charity-Unternehmen werden, kann das einen schlechten Vorgesetzten nicht kompensieren. Bieten Sie Ihren Abteilungsleitern und Managern daher unbedingt auch Seminare oder Coachings zur eigenen Führungspersönlichkeit an. 

Der Aufbau einer guten Unternehmenskultur geschieht nicht innerhalb eines Monats. Doch wenn es Ihnen schlussendlich gelingt, werden Sie die Früchte Ihrer Mühen jahre-, wenn nicht jahrzehntelang genießen können. Pflegen Sie Ihre Kultur kontinuierlich, schlägt sich das auch in einer höheren Mitarbeiterbindung nieder. 

Datum: 12 October 2018, 14:10 pm
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