Iran-Krise: Auswirkungen auf deutsche Unternehmen

Iran-Krise: Auswirkungen auf deutsche Unternehmen

In der vergangenen Woche sind die USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen – deutsche Unternehmen, die mit dem Iran Handel treiben wollen, können laut Außenminister Heiko Maas wahrscheinlich nicht vor US-Sanktionen geschützt werden. 

 

Übergangsfrist für ausländische Unternehmen 

Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump sieht im Atomdeal mit dem Iran keinen Sinn mehr. Das Abkommen hätte sein Ziel verfehlt, so Sprecher des Weißen Hauses. Der Ausstieg der Amerikaner hat auch für deutsche Unternehmen Konsequenzen: In Zukunft werden ausländische Unternehmen, die mit dem Iran Handel treiben, mit Sanktionen seitens der Amerikaner rechnen müssen. Die US-Regierung hat außerdem angekündigt, neue Handelsverträge ab sofort zu sanktionieren und ausländischen Unternehmen, die aktuell bereits im Iran tätig sind, eine Übergangsfrist von drei bis sechs Monaten zu gewähren. Außenminister Heiko Maas geht gegenüber der Bild am Sonntag nicht von einer schnellen Wende in der Causa aus: „Eine einfache Lösung, Unternehmen von allen Risiken amerikanischer Sanktionen abzuschirmen, sehe ich nicht“. 

 

Wie geht Europa damit um? 

Der Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen bedeutet nicht gleichzeitig dessen Ende. Diese Woche setzen sich die europäischen Vertragspartner Großbritannien, Frankreich und Deutschland gemeinsam mit dem Iran an den Verhandlungstisch und wollen das weitere Vorgehen besprechen. Ein Ausstieg aus dem Deal gilt als sehr unwahrscheinlich, die Nationen bekennen sich weiterhin zur Unterzeichnung. Allerdings bleibt abzuwarten, welche wirtschaftlichen Reize die Europäer dem Iran ohne die Unterstützung der USA überhaupt anbieten können und ob der Iran weiterhin bereit ist, auf sein Atomprogramm zu verzichten. 

Dem Iran wird von den Amerikanern vorgeworfen, sich nicht an das Atomabkommen gehalten zu haben, die Internationalen Atomenergiebehörde IAEA widersprach den Anschuldigungen mehrmals – für deutsche Unternehmen, die im Iran tätig sind, hat der Ausstieg jedenfalls negative Konsequenzen.

Datum: 16 May 2018, 8:05 am
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