Wieso die Personalentwicklung noch nicht im digitalen Zeitalter angekommen ist

Wieso die Personalentwicklung noch nicht im digitalen Zeitalter angekommen ist

Das Verständnis, was eine Personalentwicklung leisten muss und was diese Abteilung zum Erfolg eines Unternehmens und vor allem deren Mitarbeiter im digitalen Zeitalters beitragen kann, hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Personalentwickler sollen weg von einem starren Konzept der Seminare, Schulungen und Webinare und hin zu einem stärker personalisierten Angebot. Im Zentrum soll der Lernende mit seinen individuellen Bedürfnissen stehen.

 

Selbstgesteuertes Lernen

Eine Schwierigkeit dieses neuen Verständnises ist es, das selbstgesteuerte Lernen (Employee-Led-Learning) zu fördern. Arbeitnehmer übernehmen Verantwortung für ihre Weiterbildungsprozesse und sollen dadurch dauerhaft ihre eigenen Kompetenzen weiterentwickeln – ganz im Sinne des lebenslangen Lernens. Natürlich darf eine Unterstützung von Arbeitgeberseite aus nicht fehlen und die Unternehmenskultur sollte ausreichend Spielraum für eine persönliche Weiterbildung lassen. Die Bereiche Arbeiten und Lernen sollen nicht mehr getrennt gesehen werden. Das bedeutet vor allem, dass Lernprozesse überall und jederzeit stattfinden können. 

 

Der aktuelle Status Quo in der Personalentwicklung

Die aktuelle LEFAK-Studie, bei der über 10.000 Mitarbeiter befragt wurden, zeigt, dass deutsche Unternehmen von diesem neuen Verständnis noch weit entfernt sind. 30,8 Prozent der Befragten stellen ihrem Unternehmen in Sachen Selbstlernangebote kein gutes Zeugnis aus. Einen noch viel größeren Nachholbedarf gibt es bei den KMU. Hier sind 50,6 Prozent mit dem Angebot nicht zufrieden.

 

Die neue Rolle der Führungskräfte

Auch die Führungsebene übernimmt eine wichtige Rolle in diesem Konzept: Anstatt Führung nur als reine Statusposition in der Hierarchie zu begreifen, sollten Vorgesetzte anfangen, sich stärker an der Entwicklung von Kompetenzen in ihrem Team zu beteiligen. Personalentwicklung wird zunehmend auf der operativen Ebene geschehen. Mitarbeitergespräche sind dabei eine der zentralen Methoden.

Ob die Personalentwickler in den deutschen Unternehmen den Schritt weg von genormten Weiterbildungsanbietern hin zu Kompetenzentwicklungs-Dienstleistern schaffen, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Unternehmen, die im Wettbewerb der Talente jedoch vorne mit dabei sein wollen, sollten diesen Umschwung möglichst schnell vollziehen.

Datum: 1 August 2017, 13:17 pm
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